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Westgerman Prostate Center
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Experten definieren „Goldene Standards“ bei Prostatakrebs

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Moderne Strahlentherapie ist internationaler Standard

Köln, 4. März 2005 – Die moderne Strahlentherapie ist oft schonender und in manchen Fällen auch wirksamer als die radikale Prostataentfernung – so der Tenor am letzten Samstag beim Uro-Onkologischen Symposium in Köln. Das Westdeutsche Prostatazentrum hatte bereits zum fünften Mal nationale und internationale Experten geladen, um Möglichkeiten und Grenzen der aktuellen Therapiestandards zu diskutieren.

Aus Sicht der Experten sprechen die inzwischen sehr guten Langzeiterfahrungen mit der Seed-Implantation und der Afterloading-Therapie für sich. „Das breite Therapiespektrum ermöglicht uns, je nach Größe und Beschaffenheit des Tumors für jeden Patienten die effektivste und gleichzeitig schonendste Behandlungsstrategie festzulegen“, so Dr. Stephan Neubauer, Urologe und leitender Arzt des Westdeutschen Prostatazentrums. Die Radikaloperation mit ihren Nebenwirkungen und Einschränkungen der Lebensqualität kommt immer seltener zum Einsatz.

PSA-Test sinnvoll
Trotz widersprüchlicher Darstellungen in den Medien, waren sich die Experten beim Kölner Symposium einig: Zur Vorsorge gehört ab dem 50. Lebensjahr neben Ultraschall und Tastuntersuchung in jedem Fall die Kontrolle des PSA-Wertes (Prostataspezifisches Antigen), welcher mittels einer einfachen Blutuntersuchung bestimmt wird, und seine kritische Bewertung durch den Facharzt. Nur mittels PSA kann das Frühstadium des Prostatakrebses erkannt werden. „Die Kombination dieser Verfahren gibt die größte Sicherheit, den Prostatakrebs frühzeitig zu entdecken und vergrößert somit die Chancen auf Heilung des Patienten“, betont Dr. Pedram Derakhshani, Urologe und leitender Arzt am Westdeutschen Prostatazentrum.

Seed-Implantation und Afterloading halten, was sie versprechen
In der Behandlung des Prostatakarzinoms haben sich zwei Strahlentherapiemethoden durchge-setzt, die auf dem Kölner Symposium als Standard anerkannt wurden. Für das Frühstadium des Prostatakrebs gilt die Seed-Implantation als gleichwertig wirksames Verfahren zu Radikal-OP und Bestrahlung, ist aber für den Patienten wesentlich schonender. Inkontinenz wird praktisch nicht, Impotenz wesentlich seltener beobachtet als nach der Operation. Unter ständiger Ultraschallkontrolle werden bis zu 80 kleinste Strahlenquellen (Seeds) aus Jod in die Prostata eingesetzt. „Die Seeds verbleiben im Körper des Patienten und entfalten über Monate ihre Strah-lenwirkung auf das Prostatakarzinom“, so Dr. Gregor Spira, Strahlentherapeut am Westdeut-schen Prostatazentrum. „Das Tumorgewebe wird durch die hochdosierte, gezielte Strahlung von innen zerstört. Dabei werden die Strahler durch Haltefäden in ihrer Position millimetergenau gehalten. Wanderungen oder Verschiebungen der Seeds sind ausgeschlossen.“

Zur Behandlung von fortgeschrittenen Stadien oder aggressiven Tumoren zeigen aktuelle Studien den füh-renden Stellenwert der sogenannten Afterloading-Therapie. Hierbei werden unter Ultraschallkontrolle spezielle Hohlnadeln in die Prostata eingesetzt. Nach einer exakten, computergestützten Bestrahlungsplanung durch den Strahlentherapeuten fährt dann eine hochaktive Strahlenquelle die implantierten Nadeln ab und bestrahlt den Tumor vor Ort. Die reine Bestrahlungszeit dauert nur wenige Minuten. „Die Möglichkeit der Echtzeit-Bestrahlungsplanung während der Behandlung dank modernster Computertechnologie machen diese Form der Strahlentherapie zur derzeit effektivsten und zugleich nebenwirkungsärmsten Therapieform für das lokal fortgeschrittene Prostatakarzinom“, erklärt Dr. Spira.

Die anlässlich des Symposiums präsentierten internationalen Studien und der Konsens der hochkarätigen Experten bestärken das Ärzteteam des Westdeutschen Prostatazentrums ihre Behandlungskonzepte weiter auszubauen. Das Team gehört derzeit mit über 500 Behandlungen pro Jahr zu den führenden Zentren in Europa.