Westgerman Prostate Center
Klinik am Ring
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Prostatakrebs: Behandeln oder abwarten? |
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Wann macht ein „Kontrolliertes Abwarten“ als Behandlungsstrategie Sinn? Köln, 4. September 2007 - Joachim R.* kann es nicht fassen. Als der selbstständige Bauingenieur die Diagnose Prostatakrebs erfährt, bricht für Ihn eine Welt zusammen. Der 55-Jährige steht mitten im Leben -
er hat eine Ehefrau, zwei schulpflichtige Kinder und einen Beruf, den er liebt. Würde er nach der Krebsbehandlung inkontinent werden und auf sein Sexualleben verzichten müssen? Aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen entscheidet er sich für ein kontrolliertes Abwarten. Die Methode des kontrollierten Abwartens wird von Medizinern als „watchful waiting“ bezeichnet. „Watchful waiting bedeutet, nach der Diagnosestellung keine Therapie einzuleiten, sondern die weitere Entwicklung der Krebserkrankung zunächst mittels Tastuntersuchung, Ultraschall und PSA-Tests aktiv zu beobachten“, erklärt Dr. Stephan Neubauer, Urologe vom Westdeutschen Prostatazentrum in der Klinik am Ring in Köln. Dadurch besteht die Möglichkeit, Veränderungen im Wachstum des Tumors frühzeitig zu erkennen und entsprechend einzugreifen. „Ein solches abwartendes Vorgehen kann bei Patienten angemessen sein, die einen extrem kleinen und langsam wachsenden Tumor haben oder auf Grund ihres Alters oder schwerer Begleiterkrankungen nur noch eine geringe Lebenserwartung haben“, unterstreicht Neubauer. Obwohl Prostatakrebs generell ein langsam wachsender Krebs ist, rät der Urologe bei allen anderen Patienten vom „watchful waiting“ als alleinige Therapie entschieden ab. „Ein abwartendes Verhalten führt in der Regel zu einer Verschlechterung der Krankheitsprognose“, betont Neubauer. Auch kleine, langsam wachsende Tumore können sich zu größeren Geschwulsten entwickeln, werden sie nicht behandelt. So konnte jüngst eine schwedische Studie1 zeigen, dass die Sterblichkeit der unbehandelten Patienten nach 6 bis 8 Jahren gegenüber behandelten Patienten deutlich höher ist. Die größte Gefahr besteht darin, dass der Tumor die Prostatakapsel durchbricht und Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen ausbildet. Liegen Metastasen vor, sinkt die Lebenserwartung rapide. Eine Heilung ist dann nur noch in den seltensten Fällen möglich. „Mehr als die Hälfte der Patienten, die zunächst die Strategie des „Watchful Waitings“ verfolgt haben, werden nach wenigen Jahren doch noch einer Behandlung zugeführt“, so Neubauer. Brachytherapie: Wirksam und schonend Die Art der Behandlung scheint indessen, wie aktuelle Studien2 belegen, auf die Heilung nur wenig Einfluss zu nehmen: Operation, äußere Bestrahlung und Brachytherapie (innere Bestrahlung) führen zu gleichen Heilungsraten - vorausgesetzt der Tumor wird frühzeitig erkannt und behandelt. Lange Zeit galt die radikale Entfernung der Vorsteherdrüse als einzige erfolgreiche Behandlungsmethode bei Prostatakrebs – und das trotz erheblicher Nebenwirkungen. Jeder zehnte Patient kann nach der Operation den Urin nicht mehr halten, fast zwei Drittel leiden an Impotenz „Dieses Schreckenszenario haben viele Patienten im Kopf, bevor sie zu uns kommen“, betont Dr. Gregor Spira, Strahlentherapeut im Westdeutschen Prostatazentrum „Dabei gibt es mit der Brachytherapie (innere Bestrahlung) heute weitaus schonendere Behandlungsmöglichkeiten.“ So gilt für das Frühstadium des Prostatakrebses die Seed-Implantation als gleichwertig wirksames Verfahren zur Radikal-OP, ist aber für den Patienten mit weniger Nebenwirkungen verbunden. Inkontinenz wird praktisch nicht, Impotenz mit 20-30 Prozent nach drei Jahren wesentlich seltener beobachtet als nach einer Operation. Unter ständiger Ultraschallkontrolle werden bei dieser Technik bis zu 80 kleinste Strahlenquellen (Seeds) in die Prostata eingesetzt. „Die Seeds verbleiben im Körper des Patienten und entfalten über Monate ihre Strahlenwirkung auf das Prostatakarzinom“, sagt Spira. „Das Tumorgewebe wird durch die hochdosierte, gezielte Strahlung von innen zerstört.“ Die Seedimplantation ist heute die häufigste Prostatakrebstherapie in den USA. Immer mehr anerkannte Experten fordern bei der Wahl der Therapie neben der Heilungsrate als wichtigstes Kriterium auch die Nebenwirkungen der Behandlung stärker als bisher zu berücksichtigen. „Es darf nicht sein, dass ein Mann aus Angst vor den Folgen der Therapie auf eine Behandlung der Prostatakrebserkrankung verzichtet“, resümiert Neubauer. * Name von der Redaktion geändert Den Text finden Sie ebenfalls unter OpenPR. verwandte Themen: Prostatakrebs | Behandeln | abwarten | Behandlungsstrategie | Diagnose | Krebsbehandlung | Entwicklung | Krebserkrankung | Tumor | Begleiterkrankungen | Lebenserwartung | Prostata | Prostatakrebs | Krebs | Nebenwirkungen |