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HIFU (Hochintensiver Fokussierter Ultraschall) ist keine adäquate Behandlungsalternative in der Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms, heißt es in den S3-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU). Eine aktuelle Studie des renommierten British Journal of Urology konnte jetzt zeigen, dass 80 Prozent der mit HiFU behandelten Männer nach fünf Jahren ein biochemisches Rezidiv aufwiesen. Entsprechend galten nur 20 Prozent als geheilt.
„HiFU ist ein experimentelles Verfahren, welches noch in der Erprobung ist“, erklärte Dr. Pedram Derakhshani, Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum. „Die vergleichsweise neue Behandlungsmethode, die das Prostatagewebe mittels Schallwellen zerstört, ist gegen bösartige Tumore in der Prostata noch nicht ausreichend erforscht und getestet“. Weltweit liegen zur HiFU-Therapie nur wenige Publikationen und geringe Patientenzahlen vor. „Gerade über die Langzeitwirkung und damit über Wirksamkeit und Sicherheit der Methode sind kaum Daten vorhanden“, betonte der Kölner Urologe. So erstreckte sich bislang die längste Nachbeobachtungszeit bei der HiFU-Therapie über einen Zeitraum von nur 27 Monaten.
Biochemisches Rezidiv bei 80 Prozent der mit HiFU behandelten Patienten
Eine aktuelle Studie1 im renommierten British Journal of Urology konnte nun erstmals Langzeitergebnisse von Prostatakrebs-Patienten liefern, die mit HiFU behandelt wur-den: Als Zeichen für das Wiederauftreten der Erkrankung diente den Wissenschaftlern der Anstieg des PSA-Wertes im Blut. Per Definition spricht man bei der HiFU-Therapie von einem PSA- oder auch biochemischem Rezidiv, wenn es nach Erreichen eines PSA-Tiefstwertes (PSA-Nadir) zu einem in mindestens zwei Messungen bestätigten PSA-Anstieg von mehr als 1,2 ng/ml gekommen ist. Die Ergebnisse der Studie zeigten insgesamt eine sehr hohe Versager-Quote: 80 Prozent der Männer wiesen nach fünf Jahren ein PSA- Rezidiv auf, welches zumeist als Hinweis auf ein erneutes Tumorwachstum zu deuten ist. Umgekehrt lag die biochemische 5-Jahres-Überlebensrate bei nur 20 Prozent.
Die Erfolgsrate der HiFU-Behandlung ist damit im Vergleich zu den anderen etablierten Therapieoptionen des lokalisierten Prostatakarzinoms, wie der Brachytherapie, externen Bestrahlung und Operation deutlich geringer. Hinzu kommt, dass die HIFU-Behandlung bei Prostatakrebs das Risiko einer Darmverletzung und Fistelbildung birgt.2 Durch die starke Hitzewirkung auf das Organ wird in vielen Fällen auch die Potenz des Mannes negativ beeinflusst. „Die Datenlage lasse nicht zu, die HiFU-Therapie als angemessene Therapieoption bei Patienten mit einem lokalisierten Prostatakarzinom zu empfehlen“, resümierte Derakhshani.
1Ripert T et al.: Six years' experience with high-intensity focused ultrasonography for prostate cancer: oncological outcomes using the new 'Stuttgart' definition for biochemi-cal failure. BJU Int. 2010 Nov 17. 2Netsch C, Bach T, Gross E, Gross AJ. Rectourethral Fistula After High-intensity Focused Ultrasound Therapy for Prostate Cancer and Its Surgical Management. Urology. 2011 Jan 5. |