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Westdeutsches Prostatazentrum
Klinik am Ring
Hohenstaufenring 28
50674 Köln

Tel.: 0221-92424-470
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Was Man(n) isst

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Aggressivere Tumore durch fettreiche Ernährung

Zwar sind die Ursachen von Prostatakrebs bisher noch weitgehend unbekannt, dennoch weiß man inzwischen, dass neben Alter, Hormonen, und genetischen Faktoren auch die Ernährungsgewohnheiten eine wesentliche Rolle spielen. Dies zeigen eine Reihe aktueller Studien, die auf der diesjährigen Tagung der Amerikanischen Gesellschaft für Urologie (AUA) in Washington vorgestellt wurden.

Es gilt mittlerweile als gesichert: Wer gerne fett und cholesterinreich isst, nimmt automatisch ein höheres Risiko in Kauf, an Krebs zu erkranken. So stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fest, dass etwa ein Drittel der Krebserkrankungen auf ein falsches Ernährungsverhalten zurückzuführen sind. Besonders eindrücklich zeigt sich der Zusammenhang zwischen Ernähung und Prostatakrebs. Der Einfluss von zu hohem Gewicht und übermäßigem Konsum tierischer Fette auf Wachstum und Ausprägung des Tumors, konnte bereits bewiesen werden. Welche Faktoren dabei konkret eine Rolle spielen, zeigen nun eine Reihe aktueller Studien, die anlässlich der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Urologie (AUA) in Washington vorgestellt wurden.

So etwa führt Übergewicht häufiger zu Prostatakarzinomen, die gegen eine Behandlung mit Hormonen resistent sind. „Wird normalerweise durch die Gabe von Medikamenten die Testosteronbildung gehemmt bzw. die Aufnahme in die Prostata blockiert, schlägt diese Behandlung bei stark adipösen Männern oftmals nicht an“, erklärt Dr. Stephan Neubauer, Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum. Insgesamt entstehen häufiger Metastasen und eine kurative Therapie ist dann in vielen Fällen nicht mehr möglich. Hinzu kommt, dass durch eine fettreiche Ernährung vermehrt Enzyme gebildet werden, die wiederum Entzündungsprozesse in Gang setzen und so das Krebswachstum fördern. Sogar die genetische Aktivität kann in speziellen Bereichen durch einen zu hohen Cholesterinwert negativ beeinflusst werden.

Regelmäßiger Fischverzehr senkt das Prostatakrebs-Risiko um 15 Prozent

Doch was heißt das nun konkret für unsere Ernährung? Oberstes Gebot ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, ballaststoffreichem Getreide und wenig Fleisch. Als besonders wirkungsvoll haben sich bei Prostatakrebs Omega-3-Fettsäuren erwiesen. Dies sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, welche vor allem in bestimmten Fischarten, wie Lachs, Hering oder Makrele aber auch in Nüssen, Getreidekeimen oder Pflanzenöl vorkommen. Eine weitere aktuelle Studie konnte außerdem nachweisen, dass auch eine Reduktion von Kohlenhydraten bei Patienten mit Prostatakrebs durchaus sinnvoll sein kann: So unterdrückt eine Verminderung des Kohlenhydratanteils in der Ernährung um 20 Prozent das Tumorwachstum in der Prostata erheblich.

„Das beweist noch einmal mehr, dass der Einfluss unserer Essgewohnheiten enorm ist“, resümiert Neubauer. Ob wir an Prostatakrebs erkranken und wie aggressiv der Tumor ist, ist möglicherweise stärker von unserer Ernährung abhängig als bislang vermutet. „Das Gute an der Nachricht“, so der Kölner Urologe: „Wir können unser Schicksal - ein wenig zumindest - selbst in die Hand nehmen.“