Die hypofraktionierte HDR-Afterloading-Monotherapie verbindet die hohe Präzision der modernen HDR-Brachytherapie mit den Vorteilen einer deutlich verkürzten Behandlungsdauer. Dabei wird das Prostatakarzinom in wenigen Behandlungssitzungen mit einer jeweils hohen Einzeldosis behandelt. Die HDR-Afterloading-Monotherapie wird – anders als die kombinierte HDR-Brachytherapie - als sogenannte Boost-Therapie nicht mit einer äußeren Bestrahlung kombiniert, sondern als alleinige Behandlung durchgeführt. Sie eignet sich für ausgewählte Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs.
Was bedeutet „hypofraktioniert“?
Unter einer hypofraktionierten Behandlung versteht man die Verabreichung der gesamten erforderlichen Strahlendosis in wenigen Therapiesitzungen, wobei jede Sitzung eine höhere Einzeldosis enthält. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass Prostatakrebs auf höhere Einzeldosen sehr gut anspricht. Die hypofraktionierte HDR-Afterloading-Monotherapie ermöglicht es daher, eine hohe Strahlendosis gezielt in der Prostata einzubringen und gleichzeitig die Behandlungsdauer deutlich zu reduzieren. Langzeitdaten zeigen für die eine anhaltend hohe Tumorkontrolle bei guter Verträglichkeit.
Wie funktioniert die Behandlung?
Die Behandlung erfolgt unter Narkose. Über dünne Hohlnadeln, die präzise in die Prostata eingebracht werden, wird eine hochaktive radioaktive Quelle computergesteuert an exakt berechnete Positionen geführt. Dort gibt sie für wenige Minuten die geplante Strahlendosis ab. Anschließend werden die Strahlenquelle und die Nadeln vollständig wieder entfernt. Da die Strahlung direkt in die Prostata abgegeben wird, kann eine sehr hohe Dosis im Tumorgewebe erreicht werden. Gleichzeitig werden umliegende Organe wie Blase, Harnröhre und Enddarm bestmöglich geschont.
Vorteile der hypofraktionierten HDR-Afterloading-Monotherapie
• Kurze Behandlungsdauer durch wenige Therapiesitzungen
• Hohe Strahlendosis direkt im Tumorgewebe
• Hochpräzise Dosisverteilung innerhalb der Prostata
• Maximale Schonung von Blase, Harnröhre und Enddarm
• Sehr gute lokale Tumorkontrolle und Heilungschancen
Für wen ist die Therapie geeignet?
Die hypofraktionierte HDR-Afterloading-Monotherapie eignet sich vor allem für Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn eine hochpräzise lokale Behandlung mit optimalen Heilungschancen angestrebt wird und eine Operation vermieden werden soll. Ob dieses Verfahren die geeignete Therapie darstellt, wird im Rahmen einer ausführlichen Diagnostik individuell beurteilt. Dabei werden unter anderem das Tumorstadium, das Risikoprofil, der PSA-Wert, die Prostatagröße sowie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten berücksichtigt.